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decoDie Schwarze Schar 1809 und die Braunschweiger im Peninsular War.

von Andreas Kopp.

deco Der Feldzug von 1809

Im Jahr 1807 wurde das Herzogtum Braunschweig in Folge des preußisch-französischen Krieges aufgelöst und dem neu geschaffenen Königreich Westfalen einverleibt. Der Herzog Friedrich Wilhelm, der erst kurz zuvor die Thronfolge angetreten hatte, da sein Vater der preußische Marschall Karl Wilhelm Ferdinand bei Auerstädt tödlich verwundet worden war, zog sich nach dem badischen Bruchsal zurück. Als im Jahr 1809, der spanische Krieg war gerade ein Jahr alt, Österreich Morgenluft witterte, reiste der Herzog im Februar 1809 nach Wien, um mit dem österreichischen Kaiserhaus eine Konvention abzuschließen. Nach einigen Verhandlungen unterzeichnete er mit Kaiser Franz eine Übereinkunft, ein Korps von 2000 Mann auf eigene Kosten auszurüsten, wogegen ihm die Zusicherung gegeben wurde, als ein Verbündeter des Kaiserhauses betrachtet und behandelt zu werden. Von Wien aus begab sich der Herzog nach seinem Fürstentum Oels, um hier mit seinen Rüstungen gegen Frankreich zu beginnen. Die Fürstentümer Oels und Bernstadt mit Schulden belegend, gelang ihm die Errichtung einer Truppe. In Nachod konnte der Herzog am 1. April seine Truppen zusammenziehen. Ursprünglich sollte sich das Korps wie folgt zusammensetzen: Ein leichtes Infanterieregiment mit 8 Kompanien, in zwei Bataillone geteilt. Ein Husarenregiment mit 8 Schwadronen und eine reitende Batterie. Der entthronte Friedrich Wilhelm war besessen von Rachegedanken gegen Napoleon und Frankreich. Als physischen Ausdruck dieses Gefühls kleidete er seine Truppe in tiefem Schwarz, was ihm alsbald den Beinamen der Schwarze Herzog und seiner Truppe den Titel die Schwarze Schar einbrachte. Als im April die kriegerischen Auseinandersetzungen begannen, kommandierte der Generalmajor am Ende die österreichischen Truppen in Böhmen, die im Gebiet von Theresienstadt standen. Teil seiner Truppe war das Schwarze Korps und das Kurhessische Korps des ehemaligen Prinzen von Hessen Kassel. Die österreichischen Truppen verhielten sich hier defensiv. Als am 25. Mai die sächsischen Truppen unter Oberst Thielmann in Böhmen einfielen, eroberte der Herzog von Braunschweig die sächsische Stadt Zittau. Thielmann zog sich daraufhin nach Dresden zurück. Nach der Schlacht von Aspern hatte Erzherzog Karl von Österreich die Truppen des Generals am Ende auf 10.000 Mann verstärkt und diesem einen Ablenkungsangriff auf Sachsen befohlen. Die Aktion begann am 10. Juni. Thielmann zog sich aus Dresden zurück und am nächsten Tag eroberten die vereinigten Truppen am Endes die Stadt. Am 12. Juni rückten die Braunschweiger, unterstützt von österreichischen Jägern, auf Gorbitz vor und trieben die Sachsen unter Thielmann vor sich her. Der sächsische König bat daraufhin König Jerome von Westfalen, den Bruder Napoleons, um Hilfe. Dieser sandte Teile seiner Gardedivision und das dritte bergische Infanterieregiment nach Eisenach, und am 18. Juni 1809 verließ er Kassel mit dem Rest seiner Gardedivision, der zweiten westfälischen Division und der dritten holländischen Division. Am 25. Juni erreichte er Merseburg.

Unterdessen hatten am 22. Juni die Braunschweiger und Österreicher Leipzig erobert, doch bereits zwei Tage später verließ man die Stadt, nachdem man vom Anrücken der westfälischen Truppen Kunde erhalten hatte. Diese betraten dann auch am 26. Juni Leipzig und zwei Tage später kam es zu ersten Kampfhandlungen dieser Einheit mit den Braunschweigern.

Die österreichischen Truppen wurden nunmehr reorganisiert und dem XI. Korps unter Feldmarschall-Leutnant Freiherr von Kienmayer unterstellt. Sie sollten ihre Aktivitäten nach Franken verlagern. Am 1. Juli betraten Jeromes Truppen Dresden; danach wendeten sie sich in Richtung Hof, um sich mit Marschall Junots Streitkräften, die sich in Franken befanden, zu vereinen. Kienmayer wurde von Junot aus Nürnberg vertrieben. Sie zogen sich nach Hof zurück und stellten sich am 8. Juli Junot bei Berneck und Gefrees. Die Franzosen wurden gestoppt und Kienmayer wendete sich nunmehr gegen Jerome. Dieser zog sich mit seinen Truppen bis nach Erfurt zurück (17. Juli), verfolgt von den Österreichern. Hier erfuhr er von dem am 12. Juni 1809 in Znaim abgeschlossenen Waffenstillstandsvertrag zwischen Frankreich und Österreich und er begab sich mit dem Großteil seiner Truppen nach Kassel. In Erfurt verblieb Gratien's 3. holländische Division ( ca. 5300 Mann, bestehend aus dem 6., 7., 8. und 9. holländischen Linieninfanterieregiment, dem 2. holländischen Kürassierregiment und drei Kompanien Artillerie). In Sachsen standen außerdem Thielmanns Truppen (ca. 2000 Mann; 4 Schwadronen Zastrow Kürassiere, eine Schwadron von Polens Chevaulegers, drei Schwadronen sächsische Husaren, das Grenadierbataillon von Einsiedel, das Infanteriebataillon Welan, zwei Kompanien des Infanterieregimentes von Burgdorf, ein Musketierbataillon des Infanterieregimentes von Oebschelwitz, zwei einhalb Batterien Fuß- und eine Batterie berittene Artillerie).

deco Der Zug zur Küste

Der Waffenstillstand traf den Schwarzen Herzog hart. Er hatte seine ganze Hoffnung auf diesen Krieg gelegt. Da er allerdings in der Wiener Konvention als Verbündeter Österreichs und nicht als dessen Untergebener aufgetreten war, fühlte er sich nicht an den Waffenstillstand gebunden. Er entschied vielmehr sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. In dem vergangenen Feldzug war es ihm nicht gelungen seine Ideen in die Tat umzusetzen. Als Bestandteil eines österreichischen Korps konnte er nicht seinen Traum von einer Erhebung Norddeutschlands und der Rückgewinnung seiner Stammlande realisieren. Der Plan seines Oberbefehlshabers Kienmayer in Hessen Kassel einen Aufstand mit Hilfe der Braunschweiger zu unterstützen, wurde ebenfalls durch den Waffenstillstand überholt. Nunmehr war der Herzog allerdings von solchen Fesseln befreit. Er beschloß einen Zug zur Küste, insgeheim darauf hoffend den Aufstand Norddeutschlands nunmehr doch herbeiführen zu können, andererseits aber auch kalkulierend, daß die englische Flotte, die vor Norddeutschlands Küsten lag, eine eventuelle Evakuierung seiner Truppen bewerkstelligen könnte.

Das Schwarze Korps bestand zu diesem Zeitpunkt aus folgenden Truppen:

  • 1. leichtes Infanteriebataillon (Major von Fragstein) mit 500 Mann;
  • 2. leichtes Infanteriebataillon (Major von Reichmeister) mit 500 Mann;
  • 3. oder freies Jägerbataillon (Major von Herzberg) mit 150 Mann;
  • Scharfschützen Kompanie (Major von Scriever) mit 150 Mann;
  • Husarenregiment (Major Schrader) mit 550 Mann;
  • Ulanenschwadron (Rittmeister Graf von Wedel) mit 80 Mann;
  • Der Reitenden Batterie (Premierleutnant Genderer) mit 80 Mann und 4 Kanonen.
Somit verfügte der Herzog über eine Truppe von 2010 Mann mit 100 Offizieren.

Am 26. Juli erreichten die Truppen des Herzogs Halle. Hier beschlagnahmte er die öffentliche Kasse und rekrutierte neue Männer. Am nächsten Tag erließ König Jerome Befehle an General Rewbell in Hannover, an General Gratien in Erfurt und an General Michaud in Magdeburg den Herzog und seine Truppen zu finden und sie zu zerstören.

Rewbell sammelte seine Truppen in Celle (1. und 6. westfälisches Linieninfanterieregiment, 1. westfälisches Kürassierregiment, 3. bergisches Linieninfanterieregiment, eine berittene und eine Fußbatterie mit 10 Kanonen), wohin sich auch das 5. westfälische Infanterieregiment wenden sollte, das zur Zeit noch in Halberstadt lag. Gegen dieses wandte sich nun der Schwarze Herzog. Am Abend des 29. Juli erreichten seine Truppen die Stadt und der westfälische Kommandierende Oberst Graf Wellingerode schickte einige seiner Kompanien gegen sie. Der Herzog eröffnete ein wirksames Kartätschenfeuer gegen diese Truppen und warf sie auf die Stadt zurück. Danach gruppierte er seine Truppen in zwei Sturmkolonnen. Die eine führte er selbst gegen das Harsleber Tor, die andere griff das Kuhlinger Tor an. Hier kam es zu schweren Verlusten bis das Stadttor von einem Geschütz, das Offizere bemannt hatten, niedergeschossen werden konnte. Die Braunschweiger Scharfschützen mit dem Ruf "Sieg oder Tod" strömten in die Stadt.

Auch am Harsleber Tor konnte der Zugang erzwungen werden. Unterdessen strömte die Kavallerie durch das Kuhlinger Tor in die Stadt. Der westfälische Widerstand brach alsbald in den Straßenkämpfen zusammen. Am nächsten Tag zählten die Braunschweiger 80 Offiziere und 2000 Mann an Gefangenen, über 600 Westfalen waren verwundet oder gefangen. 100 Westfalen konnten entkommen. Die Braunschweiger verloren 400 Getötete bzw. Verwundete. Das 5. Regiment war ausgelöscht.

Die braunschweiger Verluste konnten aus den Reihen der Westfalen aufgefüllt werden und der Herzog machte sich mit seiner Schar nach Braunschweig auf, das er am 31. Juli betrat. Hier erfüllte sich allerdings seine Hoffnung nicht. Es kam nicht zu einer Generalerhebung. Aus diesem Grund entschied sich der Herzog seinen Zug fortzuführen. Am 1. Juli erwartete ihn Rewbell bei Oelper im Norden Braunschweigs. Der hier entbrennende Kampf kostete auf seiten der Braunschweiger 100, auf seiten der Westfalen 200 Ausfälle. Der taktische Erfolg lag eindeutig auf seiten der Westfalen. Allerdings konnte Rewbell seinen Erfolg nichts ausnutzen. Vielmehr zog er sich in Richtung Celle zurück. Als er wieder gegen Oelper vorrückte, mußte er erkennen, daß sich der Herzog nach Hannover begeben hatte. Von dort marschierte die Schwarze Schar nach Hoya. Hier detachierte der Herzog einen Teil seiner Truppen als Arrieregarde um Rewbell in die Irre zu leiten. Dieser Truppenteil sollte sich nach Bremen bewegen und Rewbell nach sich ziehen. Der Herzog selbst zog über Delmenhorst nach Elsfleth, wo er sich einzuschiffen gedachte. Die Aktion hatte Erfolg und nach einem kurzen Gefecht bei Heidkrug konnte sich die Arrieregarde am 6. August wieder mit dem Rest des Schwarzen Korps vereinigen. Rewbell marschierte unterdessen unschlüssig hin und her, und konnte die Einschiffung des Schwarzen Korps nicht verhindern. 1600 Mann schifften sich in Elsfleth ein und begaben sich auf englischen Schiffen über Helgoland zur Isle of Wight.

Das Verhalten Rewbells konnte niemals richtig analysiert werden. Hatte er zu wenig Vertrauen in seine Truppen unter denen sich auch genügend Braunschweiger befanden? Jedenfalls schickte ein erboster Jerome General Bongars nach Bremen um Rewbell seines Kommandos zu entheben. Dieser schlug allerdings seinem Souverän ein Schnippchen und bestieg ein Schiff nach Amerika.

deco Die Uniformen des Schwarzen Korps im Jahr 1809

Bevor die Tätigkeit der Braunschweiger im Peninsular War nachgezeichnet werden kann, müssen wir uns an dieser Stelle mit der Uniformierung der Braunschweiger Truppen befassen, da die Uniformen des Jahres 1809 teilweise erheblich von denen des Spanienfeldzuges abweichen.

Die Infanteriebataillone trugen als Waffenrock die sogenannte Litewka (Polrock, Kutka). Hierbei handelte es sich um einen langschößigen schwarzen Rock. Dieser war auf der Brust mit sechs Reihen schwarzer Schnüre besetzt, die an den Enden in Schleifen ausliefen und mit schwarzen, übersponnenen Knebeln verschlossen wurden. Der Kragen war hellblau, die Ärmelaufschläge spitz zulaufend und schwarz (manche Quellen sprechen allerdings auch hier von blauen Aufschlägen). Die Hosen waren schwarz mit blauer Biese. Hinzu kamen schwarze Schuhe und Gamaschen. Das Lederzeug war ebenfalls schwarz. Auf dem braunen Kalbsfelltornister wurde, in üblicher Art, der graue Mantel zusammengerollt getragen. Der Tschako bestand aus schwarzem Filz mit Lederbesatz und schwarzledernen Sturmbändern. Ein schwarzer Roßschweif und ein weißmetallener Totenkopf über gekreuzten Knochen ergänzten den Tschako.

Hier empfehle ich einen Umbau der preußischen Landwehr von Airfix bzw. Hät. Auf dem langen Rock können durch Bemalung die Schnüre dargestellt werden. Die Köpfe sind durch diejenigen der preußischen Infanterie (Revell) bzw. der russischen Infanterie (Esci) zu ersetzen. Auf dem Tschako ist ein Roßschweif aufzuarbeiten. Das dritte freie Jägerbataillon trug schwarze Kolletts mit gelben Kragen und gelber Paspellierung. Ansonsten stimmte die Uniformierung mit der der anderen beiden Bataillone überein.

Die Quellen gehen an dieser Stelle auseinander. Einige beschreiben die Uniform des dritten Bataillons als identisch zu den beiden ersten - abgesehen von der oben erwähnten Abzeichenfarbe - , anderen sprechen von zweireihigen schwarzen Kolletts. Im letzteren Fall empfiehlt sich für den Umbau eine Umbemalung der preußischen Infanterie (Revell).

Die Scharfschützenkompanie erklärt sich von selbst: Häts Avantgarde. Allerdings wurden 1809 grüne Kolletts mit zwei Reihen Knöpfen getragen. Kragen und Aufschläge waren rot, die Hosen grau oder weiß. Der korsische Hut mit grünem Band, aber ohne Federstutz. Zu bemerken bleibt, daß die Offiziere die gleichen Tschakos wie die Infanteriebataillone trugen. Außerdem hatten sie graue Hosen mit roten Biesen.

Die Husarenuniform ähnelte derjenigen der Infanterie. Insbesondere der Tschako unterschied sich nur durch Schuppenketten aus Messing. Der schwarze Dolman war auf der Brust mit dichten Reihen schwarzer Schnüre und fünf Reihen schwarzer Knöpfe versehen. Die Rückennähte und Ärmel zeigten schwarzen Schnurbesatz. Kragen und Aufschläge waren hellblau. Die Schnurschärpe war gelb mit hellblauen Knöpfen. Die Reithose war schwarz mit blauer Biese und Lederbesatz. Die Pferde trugen auf ungarischen Bocksätteln schwarze Schaffelle mit hellblauer, gezackter Tucheinfassung. Die Offiziere trugen anstatt des Dolmans die Litewka.

Hier können die Husarensätze der verschiedenen Hersteller verwendet werden, allerdings mit den Köpfen der Preußen bzw. Russen (wie oben beschrieben). Als Offiziere eignen sich die preußischen Dragoner von Hät in der entsprechenden Bemalung.

Als Ulanen kann man die französischen Lanciers (Esci) verwenden. Grünes Kollett mit gelben Knöpfen, rote Kragen, Rabatten, Aufschläge. Die lederbesetzten Reithosen waren aus grünem Tuch mit breiten roten Nahtstreifen. Die Tschapka bestand aus einem schwarzledernen Kopfteil, geschmückt mit einem Totenkopf. Ihr oberer Teil war gelb, mit gelbem Vorstoß und Fangschnüren in der gleichen Farbe.. Der Lanzenwimpel war gelb über rot. Die Sattelüberdecken waren grün mit roten Besatzstreifen.

Die Artillerie trug die gleichen Tschakos wie die Infanterie. Hosen und Ausrüstung entsprachen den Husaren. Sie trugen ein schwarzes Kollett mit schwarzen Schnüren, hellblauem Kragen, Achselklappen, Aufschlägen. Hier kann man die berittene britische Artillerie von Esci oder Airfix verwenden, mit dem oben beschriebenen Tschako der Infanterie.

deco Die Braunschweiger im Peninsular War

Auf der Isle of Wight wurden die Braunschweiger Truppen reorganisiert. Am 8. Oktober 1810 landeten die "Brunswick-Oels Jäger" - diesen Namen führte nunmehr das Regiment - in Lissabon. Das Regiment bestand aus 12 Kompanien und einem Regimentsstab. Es wurde zunächst der Brigade Packenhams in Cole's 4. Division zugeteilt. Kurz danach wurde das Regiment allerdings Craufords Leichter Division zugeordnet. Als Teil dieser Einheit beteiligten sich die Braunschweiger an der Verfolgung Massenas , ausgehend von der Torres Vedras Linie am 17. November und dem Gefecht bei Santarem am 19. November. Außerdem waren die Braunschweiger an den Gefechten bei Redinha (12.3.1811), Casal Novo (14.3.1811) und Foz d'Arouce (16.3.1811) beteiligt. Im April 1811 wurden neun Kompanien von Altens Brigade in der 7. Division zugeteilt. Eine Kompanie kam zu Ellis Brigade in der 4. Division. Eine Kompanie zu Pringles Brigade und eine Kompanie in Grevilles Brigade in der 5. Division. Sehr wahrscheinlich handelte es sich bei den drei detachierten Kompanien um die Scharfschützen.

Die erste größere Schlacht , an der die Braunschweiger beteiligt waren, war Fuentes d'Onoro. Hier standen sie auf dem britischen rechten Flügel und wurden von General Marchands Division zurückgetrieben. Nach dieser Schlacht marschierte das Regiment nach Estremadura und beteiligte sich an den beiden Belagerungen von Badajoz. An der letzteren waren auch die Truppenteile in der 4. und 5. Division beteiligt. Weitere Aktionen waren Salamanca (22.7.1812), Vittoria (21.6.1813), Maya und Roncevalles (25.7.1813), die Schlachten bei Sorauren (28.7, 30.7.1813), Echalar (2.8.1813), St. Sebastian (31.8.1813), Bidassoa (7.10.1813), Nivelle 10.11.1813), Nive (9.-10.11.1813 ) und Ortez (27.2.1814). Eine Analyse der Verlustzahlen zeigt, daß die braunschweigischen Truppen nur sehr selten im Focus der Schlacht standen. Insgesamt belaufen sich die Verluste an Verwundeten, Getöteten und Vermißten auf eine Gesamtzahl von 252 Personen. Dabei fallen allein auf die letzte Schlacht bei Orthez 48 Ausfälle. Es scheint, als ob das Vertrauen der britischen Heerführer nicht sehr ausgeprägt war. Die Quellen berichten von großen Desertionsraten im Braunschweiger Truppenteil. So bemerkte Wellington im August 1813, daß nicht weniger als neunzig Personen in den letzten Tagen desertiert seien, und von Crauford wird berichtet, daß er gesagt habe, er würde einer Desertion keine Steine in den Weg legen, da man ohnehin besser ohne diese Truppen auskommen würde. Ich persönlich glaube aber, daß an dieser Stelle einmal für die Braunschweiger gesprochen werden muß. Es ist allgemein bekannt, daß die im Spanienfeldzug eingesetzten Truppen auf beiden Seiten sehr stark mit krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen hatten. Die Truppenergänzungen, die die Braunschweiger erhielten, stammten zum größten Teil aus kriegsgefangenen deutschen oder fremdsprachigen Truppen des französischen Heeres. So gesehen erscheinen mir die hohen Desertionsraten nicht außergewöhnlich. Nach meiner Ansicht blieb die Kerntruppe des Herzogs intakt - dies zeigt nicht zuletzt der Einsatz der Braunschweiger bei Quatre Bras und Waterloo - , aber diese Kerntruppe hatte natürlich Probleme den miserablen Ersatz in ihren Reihen zu integrieren. Leider zieht sich das vernichtende Urteil über die Braunschweiger durch die gesamte englischsprachige Literatur, aber dies ist man ja bezüglich der napoleonischen Epoche gewohnt.

An dieser Stelle muß noch kurz auf die Kavallerie der Schwarzen Schar eingegangen werden. Diese wurde ebenfalls reorganisiert, formierte ein Husarenregiment und ging ebenfalls nach Spanien, allerdings auf die Ostseite der Halbinsel. Hier nahmen sie Teil an dem unglücklichen Unternehmen gegen Tarragona. Am 25. August 1813 waren die Husaren Teil von Bentincks Brigade mit 18 Offizieren und 258 Truppen. Am 13.9.1813 kämpften sie bei Villa Franca, wo sie 3 Offiziere und 50 Mann an Verwundeten, Getöteten und Vermißten zu beklagen hatten. 1814 nahmen sie an der Invasion von Sizilien teil.

Man sieht, daß die Braunschweiger, trotz der apologetischen britischen Geschichtsschreibung, sehr wohl ihren positiven Anteil am Peninsular War hatten. Am 25. Dezember 1814 kehrten die braunschweigischen Truppen heim, die Husaren verblieben bis zur Mitte des Jahres 1815 in britischen Diensten.

deco Die Uniformen im Peninsular War

Auffallend an den Uniformen im Peninsular War ist die Übernahme des englischen Stils. Der Gesamteindruck der Schwarzen Schar blieb allerdings gleich. Die Infanterie trug den gleichen Tschako wie 1809. Die Litewka wich allerdings einem dolmanartigen Kollet, mit schwarzen Ärmelaufschlägen, hellblauem Kragen und den bekannten schwarzen Schnüren auf der Brust. Folglich kann man hier, bei entsprechender Bemalung, auf die Avantgarde von Hät zurückgreifen, muß allerdings deren Köpfe duch die Preußen von Revell ersetzen. Auch die ebengenannten Preußen lassen sich durch Umbemalung heranziehen.

Als Scharfschützen sind natürlich die Avantgarde von Hät zu verwenden, allerdings sind im Spanienfeldzug die Köpfe zu tauschen, denn hier wurden die Infanterietschakos getragen. Das Kollett war dunkelgrün mit hellblauem Kragen und Aufschlägen. Die Hosen grau mit hellblauen Biesen. Da die Scharfschützen mit der Baker Rifle ausgestattet waren, bietet sich natürlich auch ein Umbau der britischen Rifles von Revell an. Das Erscheinungsbild der Husaren entsprach weitestgehend demjenigen der Truppen von 1809. Die Schärpe war nunmehr hellblau und karmesinrot und anstatt der langen Overalls wurden Reithosen im Husarenstil in den Stiefeln getragen.

Eine Artillerieeinheit war am spanischen Krieg nicht beteiligt.

An dieser Stelle endet der Bericht. Den Einsatz der Braunschweiger in den letzten Schlachten gegen Napoleon werde ich an anderer Stelle behandeln.

deco Literature:

  • Haythornthwaite, Uniforms of the Peninsular War, London 1995;
  • Pivka, Brunswick Troops 1809-1815 (Osprey Men at Arms 167), London 1987;
  • Gill, With Eagles to glory, London 1992;
  • Kortzfleisch, Des Herzogs FriedrichWilhelm von Braunschweigs Zug durch Norddeutschland im Jahre 1809, 1894;
  • Schneidawind, Der Feldzug des Herzogs Friedrich Wilhelm von Braunschweig und seines Schwarzen Korps im Jahre 1809, Darmstadt 1851;
  • Knötel/Sieg, Farbiges Handbuch der Uniformkunde, Band 1, Augsburg 1996.


 

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