Das Bataillon des Großherzogtums Frankfurt in der Endphase des Peninsular War.
von Andreas Kopp.
Ähnlich wie die anderen Rheinbundstaaten hatte auch der Primas des Rheinbundes, der Frankfurter Großherzog Dalberg, Truppen zum spanischen Krieg zur Verfügung zu stellen. Im August 1808 sammelte sich das Bataillon in Frankfurt: Es bestand aus einer Grenadier-, einer Voltigeur- und vier Füsilierkompanien. Jede Kompanie zählte 140 Mann. Insgesamt hatte das Bataillon eine Stärke von 853 Mann. Die Frankfurter Truppe gehörte zur Deutschen Division (Leval) des 4. Armeekorps. Hier bildete sie gemeinsam mit dem hessischen Regiment "Groß- und Erbprinz" und anderen Truppenteilen die 3. Brigade. Als Teil dieser Division nahmen die Frankfurter an den Schlachten von Mesa del Ibor, Medellin und später Talavera teil. Zwischen 1810 bis zur Mitte des Jahres 1812 kämpfte das Bataillon im Guerillakrieg. Aufreibende Einzelaktionen, die Durchführung von Sicherungsaufgaben und die immer wieder auftretenden Kämpfe mit den Partisanen bestimmten den Alltag.
Nachfolgend soll der Weg des Frankfurter Bataillons von der Schlacht bei Vittoria bis zum Übertritt zu den englischen Linien im Dezember 1813 mit Hilfe von Augenzeugenberichten nachgezeichnet werden. Dabei möchte ich die Quellen sprechen lassen. Nicht jeder wird das Buch Guillaume Bernays aus dem Jahr 1882 "Schicksale des Großherzogtums Frankfurt und seiner Truppen" kennen. Deshalb möchte ich zumindest einige Passagen dieses sehr umfangreichen, aber lesenswerten, Werkes dem Leser näher bringen.
Die Schlacht von Vittoria am 21. Juni 1813 war nicht die größte Schlacht auf der iberischen Halbinsel während des Peninsular War, sie war allerdings die entscheidende. Sie bedeutete den Endpunkt in dem jahrelangen Ringen. Der Ausgang der Schlacht führte zum Rückzug der Franzosen aus Spanien, wenn auch noch einige Festungen Widerstand leisteten.
Das Schlachtfeld von Vittoria wurde durch den Fluß Zadorra in zwei Hälften geteilt, an dessen nördlichen Ufer sich die Ausgangsstellungen der Briten befanden. Die französische Stellung hatte also als Fronthindernis die sumpfigen Niederungen des Flusses. Aus unerklärlichen Gründen hatten es allerdings die Franzosen versäumt die Brücken über den Fluß zu sprengen, eine Tatsache, die entscheidenden Anteil am Ausgang der Schlacht erhalten sollte. "Diese Stadt war somit von der Armee halbkreisförmig umschlossen und hätte, ..., durchaus von allen überflüssigen Trains geräumt werden müssen. Statt dessen ließ die Oberleitung es zu, daß die Stadt voll von Menschen und Fuhrwerk blieb... Unmittelbar nördlich Vittoria stand aber erst der eigentliche Train der Armee, mehrere Tausende von Fahrzeugen, und neben diesem kribbelnden Wirrwarr hielt die ganze französische Kavallerie, vor sich die engen Straßen der Stadt, also von vorn herein jeder Möglichkeit beraubt, rechtzeitig auf dem Schlachtfeld zu erscheinen. Südlich der Stadt parkierte aber die Hauptreserve der Artillerie, da sie in der Front keine ausreichenden Positionen finden konnte...
Die englische Armee erschien plötzlich wie aus dem Boden hervorgewachsen. Lange Artillerielinien demaskierten sich auf den das Tal von Vittoria umgebenden Höhen und eine imposante Infanteriemasse von 15.000 Mann unter General Hill packte den linken französischen Flügel. Die Höhen von Puebla de Arganzon gingen sogleich verloren und waren trotz wahrhaft heroischer Anstrengungen der Franzosen nicht wieder zu gewinnen. Vergebens stellten sich Jourdan, der König selbst an die Spitzen der Stürmenden. Die englischen Bataillone erwarteten sie mit eisiger Ruhe, Gewehr im Arm, gaben ihnen in nächster Nähe einige tödliche Salven und stürzten sie dann mit dem Bajonett die kaum erstiegenen Hänge wieder hinab. Hand in Hand mit diesem Angriff ging ein zweiter gegen den französischen rechten Flügel; um die Dörfer Gamara Major und Abechuco entspann sich ein verzweifelter Kampf. - Gaben hier die französischen Divisionen nach, so wurde der Hauptteil ihrer Armee von Vittoria abgeschnitten und ihr Schicksal damit besiegelt. Nachdem Wellington eine Stunde lang den Kampf auf beiden Flügeln mit aller Kraft genährt hatte, hielt er es an der Zeit, dem französischen Zentrum einen zermalmenden Stoß zu versetzen. Er faßte dasselbe aber nicht an der Front..., sondern in der rechten Flanke, etwa da, wo der Schnittpunkt des Winkels lag, den die Aufstellung der Franzosen bildete. An diesem stand die deutsche Brigade Neuenstein, und sie traf daher der feindliche Angriff in seiner vollen Wucht. Die Regimenter Nassau, Baden und das Bataillon Frankfurt standen in colonnes serrées par division mit der Front nach Süden an der großen Heerstraße - sie hatten letztere zur Linken, und standen die Frankfurter ihr zunächst. Wie bereits erwähnt, war das Gesichtsfeld ein äußerst beschränktes und reichte an dieser Stelle kaum 600 Schritt weit. So konnten die hier aufgestellten Truppen nichts vom Feinde bemerken, aber der auf beiden Seiten in mächtigen Wolken sich aufkräuselnde Pulverdampf und eine Kanonade, die die Erde erbeben machte, bewiesen ihnen zur Genüge, daß es sich nicht um ein Gefecht, sondern um eine Entscheidungsschlacht handele. Die Bataillone standen schweigend Gewehr bei Fuß - die Soldaten unterhielten sich nur leise trotz des Lärms um sie her. Plötzlich riefen hundert Stimmen: "Dort kommt der Befehl zum Angriff" und die ausgestreckten Hände wiesen auf einen Adjutanten, der mühsam sein keuchendes Pferd vorwärts stachelte. General Neuenstein sprengte ihm entgegen.- Die Brigade sah, wie der französische Offizier heftig gestikulierend und nach der Zadorra in der rechten Flanke hinwies; auch erscholl von dort in demselben Augenblick ein rollendes Feuer, das wegen seiner Nähe fast die Kommandoworte übertönte. Die Bataillone schwenkten in der Kolonne rechts und eilten im Laufschritt dem Feuer zu. Als sie die zunächst liegende Hügelkette erstiegen, sahen sie ein großartiges Schlachtenbild vor ihren Augen ausgebreitet. Die Engländer hatten die nicht abgebrochenen Brücken über die Zadorra bei dem Dorfe Trespuentes mit zwei Infanterie Divisionen passiert - die Teten hatten den zunächst liegenden schwachen Höhenzug nicht überschritten, und so war es möglich gewesen, das unter dem Schutze desselben mehrere englische Bataillone bereits aufmarschiert waren, ehe die jenseits dieser Höhen stehenden französischen Regimenter (28 und 75) die Nähe des Feindes gewahr wurden. Auch hier hatten sich die Franzosen einer sträflichen Nachlässigkeit schuldig gemacht. Nicht eine einzige Gefechtspatrouille hatte die so wichtige Brücken beobachtet. Als die Deutschen das Schlachtfeld betraten, sahen sie die beiden genannten französischen Regimenter, die mit ihnen die Division d'Armagnac bildeten, in vollem Rückzuge; ihnen folgte eine imposante englische Infanterielinie fast auf dem Fuße. Hell leuchteten die roten Waffenröcke, und das blendend weiße Kreuzbandelier auf der Brust der Engländer, die stolz, ohne einen Schuß zu tun, das Gewehr im Arm, unaufhaltsam herannahten wie eine langrückige Welle des Ozeans. Wie aber die stumme Flut plötzlich mit Brausen sich bricht, wenn ein Hindernis sich ihrem zerschmetternden Schlag entgegenstellt, so spie auch die in unbeweglicher Ruhe vorrückende Linie jedes Mal ihre todbringenden Flammen aus, sobald die Franzosen sich wieder zu setzen wagten. Als die Deutschen ihre Waffenbrüder in dieser Not sahen, marschierten sie fast instinktiv zur Bataillelinie auf.
Die Frankfurter hatten dabei den linken Flügel - die badische Batterie gewann zwischen den beiden Bataillonen Nassau eine kleine Bodenerhebung, und ihre Kugeln rissen alsbald breite Lücken in die feindliche Front; allein diese schlossen sich sogleich wieder. Es lag etwas majestätisches in diesem unverrückbaren Avancieren der Engländer, und mitten im Drang des Augenblickes konnte General von Neuenstein sich nicht versagen, dem Bataillonschef Vogt laut zuzurufen: " Welch brave Burschen!" Ohne einen einzigen Tirailleur vor der Front zu haben, gelangten die Engländer so vor die schmale Front der Deutschen bis auf 150 Schritt. Dann blieben sie plötzlich halten - die schrillen Pfeifen und Dudelsäcke schwiegen, einige Kommandoworte ertönten, und ein Wald von Bajonetten streckte sich den Deutschen entgegen. Dann war es, als ob ein Krater sich öffne - eine geradezu vernichtende Salve schlug in die deutschen Reihen, und zugleich ertönte der betäubende Schlachtruf der mit dem Bajonett andringenden Feinde. Da war kein Halten möglich - im Laufschritt gingen die Bataillone bis zu der nächsten Höhe zurück, die inzwischen die französischen Regimenter wieder besetzt hatten; allein nur zwei Drittel kamen dort an - die englische Salve war wahrhaft mörderisch gewesen. Vom Regiment Nassau lagen 200 Mann am Boden, das Frankfurter schwache Bataillon ließ deren achtzig liegen. An ein Mitschleppen der Verwundeten war nicht zu denken, sie waren unrettbar gefangen.
Auf der nächsten Hügelreihe angekommen, machten die Deutschen wieder Halt und gaben einige Dechargen auf die wieder von Neuem in Anmarsch befindliche Linie der Engländer, während die Franzosen in eine dritte Position, dicht südlich Vittoria, zurückgingen, um dort die deutsche Brigade wieder aufzunehmen... Von allen Seiten stauten sich die flüchtigen Haufen der französischen Armee, deren linker Flügel total geschlagen war, unter den Mauern von Vittoria, ohne zu wissen, wohin sie sich weiter wenden sollte. Denn der immer lauter werdende Kanonendonner im Norden der Stadt ließ es mehr als fraglich erscheinen, ob die dort engagierte Armee de Portugal den Engländern würde widerstehen können. In der Tat gelang es aber diesen nicht, ihre Gegner hier über den Haufen zu rennen, und vor dem Schlimmsten wurde somit das Heer König Josephs bewahrt; bald aber kam die Nachricht, daß ein detachiertes englisches Korps, weiter nördlich bei Mondragon, die Straße nach Bayonne besetzt habe. Somit blieb bloß die scharf östlich und über das Gebirge führende schlechte Straße auf Pamplona für den Rückzug übrig - wer sollte aber in der herrschenden Verwirrung den Truppen diese Richtung angeben. Als die deutschen Bataillone sich nach abermaligem schweren Verlust aus der zweiten und kurz darauf auch aus der dritten Position im Angesicht der Stadt geworfen sahen, gerieten sie in den großen französischen Artilleriepark, der sich vor dem südlichen Eingangstor vollständig festgefahren hatte... Von der gesamten französischen Artillerie ward nicht ein Geschütz gerettet, auch die brave badische Batterie verlor hier ihre vielfach erprobten und fast übermäßig gebrauchten Kanonen... Wie vielleicht erinnerlich, standen mehrere französische Kavalleriedivisionen nördlich Vittoria, vom Schlachtfeld durch die unpassierbaren Defileen der Stadt getrennt. Sie konnten oder wollten vielleicht nicht den Befehlen des Königs gehorchen, auf irgendwelchen Wegen die Stadt zu umgehen und durch eine allgemeine Attacke den Rückzug zu sichern... König Joseph befand sich persönlich in der größten Gefahr, gefangen zu werden. Von englisch-deutschen Husaren verfolgt, stürzte er bei dem Sprunge über einen Graben. Ein französischer Chasseur half ihm zwar sogleich auf sein eigenes Pferd, aber trotzdem wäre der König nicht der Gefangenschaft entgangen, wenn nicht seine Garde Cheveaulegers ihn durch einen braven Angriff befreit hätten... Die nassauischen reitenden Jäger, sowie die französischen Dragoner Regimenter Nr. 22 und 27 warfen sich auch dem Feinde mit gewohntem Ungestüm entgegen; aber ihr Anprall zerschellte wirkungslos an der ehernen Mauer der britischen Kavallerie, die bis auf dreißig Schritt an die flüchtende Masse der französischen Armee heransprengte und jeden nur irgend zurückgebliebenen sofort gefangen nahm. Mehrere französische Kavallerie Regimenter ritten die Infanteriekolonnen entlang, als wollten sie dort Schutz suchen.... (Auf Befehl General d'Armagnacs, ließ der Nassauer Oberst Kruse) das Regiment kehrt machen, das Bajonett fällen und stürzte sich auf die englische Kavallerie, die überrascht für den Augenblick zurückwich. Die Badener und Frankfurter schlossen sich dem heldenmütigen Vorstoß ihrer braven Waffenbrüder sogleich an und brachen entschlossen mitten in die feindlichen Reitergeschwader hinein. Daß diese nicht sofort zur Attacke übergingen und die Bravade der deutschen Bataillone blutig straften, läßt sich nur durch die bereits eingebrochene Dunkelheit erklären. Letztere war aber auch schuld, daß jeder Verband sich löste, die Bataillone, ja selbst einzelne Kompanien ihren eigenen Weg marschierte, meistenteils ohne zu wissen, wohin und weshalb. Die Befehlserteilung hatte aufgehört - zum Glück für die französischen Waffen mit der Nacht auch die Verfolgung...
War schon außerhalb der Stadt inmitten der Truppen die Unordnung unbeschreiblich, so wurde sie durch die babylonische Verwirrung, die bei den nördlich Vittoria parkierenden Trains herrschte, weit überboten. Major Krieg schildert die dort sich abspielenden Szenen mit folgenden Worten: "Während dieser Unordnung eilten mehrere hundert französische Soldaten nach den Kutschen und Geldwagen, wo schon Deutsche, Franzosen, Engländer, Spanier und Bürger aus der Stadt beschäftigt waren, der reichen Beute sich zu bemächtigen. Aller Haß war hier verschwunden, keiner sah sich nach dem anderen um, jeder suchte mit den friedlichsten Gesinnungen sein Glück zu gründen; der Jammer und das Angstgeschrei der in den Kutschen befindlichen Frauen und spanischen Auswanderer war selbst im Schlachtgetümmel hörbar und empörend. Die Soldaten fielen wütend über die Schätze her, Kugeln flogen von allen Seiten, die unglücklichen Familien zitterten vor Tod und Mißhandlung und verheißungsvoll sprangen sie bleich und händeringend umher, sich zu retten. Kinder irrten verlassen auf dem Schlachtfelde, und manche Mutter gebar hier in Schmerzen. Der Anblick erregte Erbarmen!"
Alle Trains mit Ausnahme der Wagen des Regiments Nassau fielen dem Feinde zur Beute; ferner sämtliche Kassen, ein Teil des Kronschatzes, über zwanzig Fougons mit baarem Gold beladen, die geraubten Schätze aller französischen Generale, das Vermögen aller Afrancesados, d.h. der mit dem König geflüchteten Spanier, dann der unermeßliche Schwarm der Marketender, Kaufleute, Militär- und Zivilbeamten. Dazu konnten sich die Engländer der Eroberung von 150 Kanonen rühmen. Der Privatschatz König Josephs, aus sechs mit Golddublonen befrachteten Wagen bestehend, ging auch verloren. Der König war, wie er selbst sagte, vis-a-vis de rien und mußte sich, als er in Salvatierra die Wäsche wechseln wollte, von General Treillard ein Hemd borgen..." Nach der Schlacht von Vittoria zogen sich die Reste der Armee zur spanischen Grenze zurück. Am 6. Juli überschritten die Deutschen bei Sara die französische Grenze. Am 12. Juli übernahm Marschall Soult die desorganiserte Armee. Aus dem Rest der Frankfurter wurden nun drei Kompanien a 100 Mann gebildet. Soult konzentrierte seine Truppen am Grenzfluß Bidassoa. Nachdem er die Truppen wieder manövrierfähig gemacht hatte, beschloß er einen Entsatzangriff auf die belagerten Städte Pamplona und San Sebastian. Die deutschen Truppen ließ man allerdings zur Beobachtung am Bidassoa zurück. Bereits zu diesem Zeitpunkt begann man im französischen Kommando an deren Zuverlässigkeit zu zweifeln.
Trotz anfänglicher Erfolge bei Ronces Valles und Puerto de Maya gelang der Entsatz Pamplonas nicht. Soult zog seine Truppen wieder zurück. "Die beiden Armeen lagen wie zur Zeit eines Waffenstillstandes von Andaia bis St. Jean Pied de Port den ganzen Monat August hindurch einander gegenüber in Ruhe und Frieden."
Am 31. August eröffnete Soult den Angriff. Die Voltigeure der deutschen Bataillone unter dem Frankfurter Hauptmann Deeken wurden in einzelnen Pontons über den Fluß gesetzt, um den Bau einer Brücke zu decken; weiter oberhalb ging die italienische Brigade zum gleichen Zweck auf das linke Ufer. Beide Truppeneinheiten kamen allerdings nur bis zum Fuß der Höhe und wurden durch feindliches Feuer stark dezimiert. Die deutschen Truppen konnten sich allerdings am Ufer festsetzen. Erst am Spätnachmittag wurden die Truppen wieder zurückgezogen. "Um der Gefangenschaft zu entgehen, blieb dem zurückgebliebenen kleinen Haufen nichts anderes als der Versuch übrig, sich durch Schwimmen zu retten. Von denjenigen, die diesen Entschluß ausführten, kamen mehrere in den Fluten, andere durch Kugeln der Feinde um; den meisten gelang es jedoch, das diesseitige Ufer ungefährdet zu erreichen..." Der französische General Vilatte zollte am folgenden Tag den zusammengeschmolzenen deutschen Truppen seinen Respekt.
Am 8. September fiel San Sebastian. An der Bidassoa blieb es ruhig. Einen Monat später warf Wellington das französische Heer auf die Nivelle zurück. Hier bezogen die deutschen Truppen den äußersten linken Flügel; genau gegenüber den Deutschen der Königlich Deutschen Legion unter General von Alten. Kurioserweise war von Alten früher einmal Bataillonskommandeur des nassauischen Befehlshabers v. Kruse gewesen. Soult reagierte und zog die deutschen Truppen auf sein Hauptquartier zurück. Im November erhielten dann die Deutschen Nachricht von der Völkerschlacht bei Leipzig. Die Frankfurter Truppen erfuhren das ihr Großherzog geflohen, das Großherzogtum von den Alliierten besetzt worden war.
Am 10. November griffen die Engländer auf der ganzen Linie die Stellungen Soults an. Letzterer mußte sich auf Bayonne zurückziehen. Zu dieser Zeit erhielt der nassauische Oberst Kruse ein verabredetes Zeichen, seine Truppen zu den Verbündeten zu überführen. Ihm war bereits im Vormonat ein dementsprechender Brief seines Landesherren übermittelt worden. Kruse setzte sich mit den Badener und Frankfurter Truppen ins Einvernehmen. Die Badener hatten allerdings keine Befehle ihres Souveräns. Deshalb gelobten sie Verschwiegenheit, blieben aber zurück. Der Kommandeur der Frankfurter, Hauptmann Damboer, schloß sich allerdings den Nassauern an.
Am 10. Dezember, Wellington hatte einen Tag zuvor mit dem Angriff auf die neue Stellung Soults begonnen, liefen die Truppen über: "Die Offiziere unseres Bataillons hatten auch nicht die entfernteste Ahnung, daß wir in wenigen Minuten denjenigen als Freunde zur Seite stehen würden, die wir noch an demselben Tage als unsere Gegner bekämpft hatten. Wir glaubten alle, es sei auf einen Überfall der feindlichen Stellung abgesehen, und unser Erstaunen wuchs mit jedem Schritte, der uns den englischen Vorposten, die, ohne einen Schuß zu tun, unserem Anmarsch ruhig zusahen, näher brachte. Erst als wir uns inmitten eines englischen Lagers und von einer Menge von Offizieren und Soldaten umgeben sahen, die uns freudig begrüßten und die Hände schüttelten, hörte unsere Ungewißheit auf. Wir erfuhren nun durch eine Ansprache unseres Kommandeurs, Kapitän Damboers, daß er zwar ohne höheren Befehl und auf seine eigene Verantwortung, jedoch in der festen Überzeugung gehandelt habe, bei jedem von uns die Billigung seines Schrittes zu finden, der sich auf die in Deutschland stattgefundene allgemeine Erhebung gründe und zum Zweck habe, uns auf das baldigste dem Vaterlande zurückzugeben, um demselben in einer besseren Sache, als der bisher verteidigten, nützlich werden zu können. Der laute Jubel, mit welchem diese Mitteilung, die eine so unerwartete Wendung unserer Lage verkündete, aufgenommen wurde, läßt sich schwer beschreiben..."
So endete das Engagement der Frankfurter Truppen im Peninsular War. Kurioserweise war man nur um Stunden der Kriegsgefangenschaft entgangen. Nach der Schlacht fand nämlich Marschall Soult in Bayonne den Befehl des Kaisers vor alle deutschen Truppen sofort zu entwaffnen und als Kriegsgefangene zu behandeln.
Die Frankfurter hatten mit den verschiedenen Ersatztruppen 1368 Mann nach Spanien entsandt. 100 Mann waren nach der Schlacht bei Vittoria in die Heimat abgerückt, um Kern für zukünftige Truppen zu bilden. Knappe 300 Mann waren zu den Engländern übergegangen. Rechnet man noch einige andere Heimkehrer aus der Gefangenschaft hinzu, so sind dennoch fast 800 Mann in Spanien geblieben, fast 2/3 der Gesamtstärke. Anzumerken bleibt noch, daß die Heimkehr der Frankfurter im Jahr 1814 unter keinem glücklichen Stern stand. Ihr Großherzogtum existierte nicht mehr, und so wurden sie von der Bevölkerung nicht so empfangen wie zum gleichen Zeitpunkt die nassauischen oder großherzoglich hessischen Truppen.
Die Uniformen
Im Jahr 1808 bis 1809 wurde die Uniformierung der Frankfurter Truppen neu geregelt. Sie entsprach dem französischen Vorbild: Dunkelblaue Röcke, mit dunkelblauem Kragen. Die Rabatten waren spitz geschnitten. Hier war die Abzeichenfarbe rot. Gleiches gilt für die Aufschläge und das Schoßfutter. Der französische Tschako wurde getragen, mit weißem Schild und Kokarde. Die Abzeichen der Füsiliere, Grenadiere und Voltigeure entsprachen dem französischen Stil. Blaue Breeches in schwarzen Gamaschen ergänzten die Ausrüstung. Oft wurden blaue oder weißleinerne Überhosen getragen.
Bei ihrem Durchmarsch durch Orleans hatte das Frankfurter Bataillon französische Waffen erhalten.
Als Figuren können die französischen Linieninfanteristen aller Hersteller herangezogen werden.
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