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PREMIER EMPIRE NAPOLEON
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decoDas Regiment Groß und Erbprinz und sein Einsatz im Peninsular War.

von Andreas Kopp.

IEs muß ein merkwürdiger Tag gewesen sein im Mai 1808 in Bayonne. Napoleon, der Kaiser der Franzosen traf sich mit der spanischen Königsfamilie. Diese, total zerstritten versuchte, von dem großen Herrscher im Norden eine Regelung des Familienzwistes. Diese erhielt man auch: Der heißblütige Korse machte kurzen Prozeß, angeblich soll er den Ausspruch "welch eine Mutter und welch ein Sohn" nach dem Zusammentreffen mit den Spaniern getätigt haben, und erzwang die Abdankung des Königshauses zugunsten seines Bruders Joseph. Einmal mehr sah Europa einen König ohne Land.

Womit der Kaiser allerdings nicht gerechnet hatte, war der nationale Aufruhr der daraufhin in Spanien einsetzte und sechs Jahre andauern sollte. Volksregierungen in Oviedo und Cartagena proklamierten sofort den nationalen Widerstand. Asturien und Andalusien erhoben sich, in Sevilla etablierte sich eine Zentraljunta (prov. Regierung) zugunsten des abgesetzten spanischen Königs Ferdinand VII.

Am 20. Juli betrat König Joseph seine Hauptstadt Madrid. 12 Tage später mußte er sie wieder verlassen; seine Herrschaft war auf das Gebiet zwischen Ebro und Pyrenäen beschränkt. Bereits am 19. Juli hatte ein französisches Korps von 23.000 Mann bei Bailen kapituliert. Die bisher für unbesiegbar gehaltene französische Kriegsmaschinerie hatte eine Schlacht verloren. In Portugal landeten die Engländer unter General Wellesley und blieben gegenüber den französichen Truppen siegreich..

So standen die Dinge zur Zeit der Fürstentages in Erfurt. Nachdem sich Napoleon auf diesem mit Zar Alexander arrangiert hatte, konnte er ein Heer für den Krieg in Spanien aufstellen. Auch die Truppen des Rheinbundes wurden herangezogen. Nachfolgend sollen die Taten des Kontingentes des Großherzogtums Hessen dargestellt werden.

Ende Juli 1808 erhielt der Großherzog einen Befehl, daß ein Regiment Infanterie und eine halbe Batterie Artillerie zur Disposition Napoleons zu stellen seien. Am 31. Juli wurde die Mobilmachung der Brigade Groß- und Erbprinz befohlen, die am 19. August beendet war. Gemäß der französischen Direktive, daß die Organisation der Truppen dem französischen Vorbild zu entsprechen habe, wurde die Brigade umgeformt. Es wurden zwei Bataillone zu je sechs Kompanien gebildet. Jedes Bataillon besaß eine Voltigeur-, eine Grenadier- und vier Füsilierkompanien. Interessant ist die Beschreibung wie diese Umbildung am 23. August bei Groß Gerau durchgeführt wurde. Die Truppen mußten auf einem Feld stehen, die altgedienten Soldaten aller Kompanien wurden selektiert, und danach teilte man die größeren Soldaten den Grenadieren, die kleineren den Voltigeuren zu. Das Regiment behielt seinen Namen "Groß- und Erbprinz", wenn auch die französischen Quellen es meistens als "Regiment des Hesse" bezeichneten. Am 24. August verabschiedete der Großherzog seine Truppen bei Kostheim. In Mainz musterte der französische Marschall Kellermann die Truppen. Der Weitermarsch führte über Worms, Kaiserslautern, Zweibrücken, Saarbrücken und St. Avold nach Metz. Das Regiment setzte sich wie folgt zusammen: 40 Offiziere, 149 Unteroffiziere, 13 Musiker, 20 Spielleute und 1416 Mannschaften, insgesamt also 1678 Mann. Außerdem war dem Regiment eine Artillerieabteilung von 4 Geschützen mit einem Offizier, 4 Unteroffizieren, 92 Kanonieren und Trainsoldaten sowie 51 Pferden zugeteilt. Nachdem man in Metz französische Musketen erhalten hatte, marschierte man nach Orleans weiter. Hier musterte der französische Marschall Lefebvre am 16. September die Truppen. Negativ fiel hier vor allem die unterschiedliche Uniformierung der Truppen auf.

Am 14. Oktober überschritten die Hessen die spanische Grenze. Das Regiment wurde der 3. Brigade der Deutschen Division zugeteilt, die zum 4. Armeekorps unter Marschall Lefebvre gehörte.

Auffallend an der Regimentsgeschichte der folgenden Jahre ist die häufige Trennung der verschiedenen Truppenteile. Es wurden verschiedene Detachments gebildet, die zu Sicherungsaufgaben, vor allem im Partisanenkrieg, disloziert wurden. Bereits am 18. Oktober fand die Trennung der Artillerieabteilung vom Regiment statt. Drei Wochen später, nach der Feuertaufe bei Durango und Zornosa, wurden auch die beiden Infanteriebataillone getrennt. Während das erste Bataillon den militärischen Operationen in Galizien und Asturien beiwohnte, kämpfte das zweite mit dem 1. Armeekorps in Estremadura. Unter General Schaeffer von Berstein, der den Befehl über die hessischen Truppen wieder erhalten hatte (er war früher jahrelang Kommandeur des Regimentes), beteiligte sich das Regiment an dem Gefecht um Mesa de Ibor am 17. März 1809. Hier mußte die deutsche Division unter dem Feuer der Spanier zunächst den Fluß Ibor durchwaten, um danach noch einen Angriff auf eine Höhenstellung der Spanier durchzuführen. Am 28. März fand die Schlacht bei Medellin statt. Diese Schlacht entschied über den Besitz von Estremadura. Die spanische Armee wurde total geschlagen, ca. 19.000 Tote ließ sie auf dem Schlachtfeld. Die Brutalität des Krieges in Spanien zeigte sich in dieser Schlacht in ihrer ganzen Breite. Die französischen Truppen gaben kein Pardon, der berühmte Ausruf Blüchers bei Waterloo, "keine Gefangenen", wurde hier in extenso durchgeführt. An der Schlacht bei Medellin nahm die Voltigeur Kompanie des 2. Bataillons, als Teil des kombinierten Voltigeur Bataillons der deutschen Division teil..

Vereinigt kämpfte das Regiment am 27. und 28. Juli wieder in den Reihen des vierten Armeekorps bei Talavera. Hier hatte der englische Befehlshaber Wellesley seine Truppen aufgestellt. Auf seinem rechten Flügel standen die Spanier, die sich an der Stadtgrenze von Talavera anlehnten und hinter Befestigungen verschanzt waren. Die Mitte der englischen Front wurde von Truppen der King's German Legion gehalten. Auf dem linken Flügel stand die Division von General Hill. Diesen griff in den Nachmittagsstunden des 27. das 1. französische Korps an. Nach anfänglichem Erfolg wurde es allerdings gegen Abend wieder zurückgeworfen. Die Deutsche Division hatte gegen 16.00 Uhr gegenüber dem feindlichen Zentrum Aufstellung genommen. Zum Gefecht kam es allerdings hier nicht mehr. In der Nacht kam es zu einer grotesken Situation. Die nervösen spanischen Truppen, alarmiert durch einige wenige französische Dragoner, schossen aus allen Rohren und verließen danach ihre Stellungen. Nur mit Mühe konnte die Situation wieder stabilisiert werden.

Am 28. griff Marschall Victor erneut den englischen linken Flügel an, wurde aber nach verlustreichem Gefecht wieder in seine Ausgangsstellungen zurückgeworfen. Zwischen 9 und 13 Uhr ruhten die Waffen. Da es ein sehr heißer Tag war, erfrischten sich die feindlichen Soldaten gemeinsam am Portina, der die feindlichen Schlachtordnungen durchschnitt.

Um 14 Uhr erhielt das 4. Korps Befehl, das feindliche Zentrum unter Campbell anzugreifen. Das Regiment Groß- und Erbprinz bildete den linken Flügel der Angriffskolonne. Über schwieriges Terrain ging der Vormarsch. Der Angriff blieb im feindlichen Feuer stecken. Die Regimenter Baden und Holland wurden zurückgeworfen. Die Hessen, in Karrees formiert, wehrten englische Kavallerieangriffe ab, mußten sich aber langsam zurückziehen. Bei diesem Rückzug zeichnete sich vor allem die 1. Voltigeurkompanie aus. Weitere Angriffe auf das britische Zentrum sowie auf den linken Flügel konnten ebenfalls zurückgewiesen werden. Die Schlacht von Talavera wurde als britischer Sieg gewertet. Wellesley erhielt den Titel Viscount of Wellington. Die Franzosen hatten in der Schlacht ca. 7000 Verluste, die Engländer beklagten 3.800 Tote und 1.500 Verwundete; die Spanier verloren ca. 1.500 Mann. Die Verluste des Regimentes Groß- und Erbprinz betrugen (Ausgangsstärke 21 Offiziere und 741 Mann): 4 Offiziere verwundet, 2 Unteroffiziere und 18 Mann tot, 6 Unteroffiziere und 45 Mann verwundet.

Es ist nicht möglich nachfolgend auf die verschiedenen Gefechte einzugehen, an denen die hessischen Truppen in den Jahren von 1809 bis 1812 beteiligt waren. Dies würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Die hessischen Truppen, aufgeteilt in verschiedene Detachierungen, führten diverse Sicherungsaufgaben gegen die Guerilla durch. Wie gefährlich dies Aktionen waren, zeigt eine Episode, die nachfolgend geschildert werden soll. Am 30. November 1808 wurde der Grenadier Schneider zu einem Ochsenkarren, auf dem seine hochschwangere Frau saß, kommandiert, weil der Wagenfahrer entlaufen war: "Bei Cabrera, wo die Heerstraße an dem Fuße einer waldigen Höhe herläuft, war an dem Karren etwas auszubessern, und Schneider blieb nur tausend Schritte hinter der Hinterwache zurück. Plötzlich hörte diese einige Schüsse und ging im Laufschritt zurück. Bei dem Karren angekommen, fanden sie Mann und Frau ermordet und fürchterlich verstümmelt. Der Frau hatten die Kannibalen die Brüste ab- und den Leib aufgeschnitten; dem Mann hatten sie die Scham abgeschnitten und der Frau in den klaffenden Mund gesteckt."Seine militärische Laufbahn im spanischen Krieg beschloß das Regiment bei der Belagerung von Badajoz. Badajoz ist eine alte spanische Festung in der südlichen Estremadura, unweit der portugiesischen Grenze. Die Festungswerke befanden sich zu Beginn des Jahres 1812 in einem leidlichen Zustand, abgesehen von der sogenannten Zitadelle, einem Schloß, daß allerdings auf einer steilen Anhöhe stand. Das Innere des Schlosses war ein Gewirr von größeren und kleineren Gebäuden, dazu noch eingeengt durch zahlreiche Traversen . Von den Vowerken der Festung war das Fort Christobal im Norden der Festung auf dem gegenseitigen Guadianaufer das bedeutenste. Südöstlich des Schlosses befand sich das Vorwerk St. Roque, weiter im Süden das Werk Picurina. Im Südwesten befand sich das Vorwerk Pardaleras. Im Februar 1812 verbreiteten sich die Gerüchte einer drohenden Belagerung. Ausbesserungsarbeiten der Festungswerke wurden daraufhin sofort in Angriff genommen. Es herrschte allerdings erheblicher Mangel an Geschützmunition, da einige Munitionstransporte in die Hände der Feinde gefallen waren.

Am 16. März 1812 erschien Wellington mit drei Divisionen und einer portugiesischen Brigade vor der Festung, schloß Badajoz auf beiden Guadianaufern ein. Bereits in der Nacht vom 17. zum 18. begann die förmliche Belagerung. Die Besatzung von Badajoz bestand am Tag der Einschließung aus dem Regiment "Groß- und Erbprinz", fünf französischen Bataillonen, einer Kompanie Spanier, 1 Abteilung Genie, 250 Mann Artillerie und 80 Reitern, insgesamt 4550 Mann. Das Regiment "Groß- und Erbprinz" zählte am 16. März 32 Offiziere und 910 Mann.

Nach der Eröffnung der ersten Parallele durch die Engländer wurden den Truppen bestimmte Abschnitte der Festung zugeteilt. Die Bastionen 7, 8 und 9 an der Ostseite der Festung gegenüber den Werken St. Roque und Picurina sowie die Zitadelle erhielt das Regiment "Groß- und Erbprinz" zur Besetzung und Verteidigung. Die Außenwerke erhielten gemischte Besatzungen. So standen in der Picurina 50 Mann des Regimentes. Weitere 50 Mann waren der Besatzung des Werkes Pardaleras zugeteilt.

Wellingtons Vorstoß richtete sich zunächst gegen die Picurina und gegen die im Mauerwerk sehr schwache Front der Bastionen 8 und 9. Wellington betrieb die Belagerung in aller Eile, da zwei französische Heere sich zum Entsatz näherten. Am 19. März beschloß der Gouverneur der Festung General Phillipon einen Ausfall gegen die Belagerer. Zwei Bataillone zu je 500 Mann, 40 Reiter und 200 Mann Genietruppen griffen die feindlichen Schanzarbeiter von St. Roque aus an. Ein feindlicher Gegenangriff schlug die Truppen allerdings zurück. Der Verlust der Ausfalltruppen betrug 220 Mann an Toten und Verwundeten. Das Regiment "Groß- und Erbprinz", mit 200 Mann an dem Angriff beteiligt, verlor die Hälfte seiner Truppen.

Ab dem 20. März richteten die Engländer ihr Feuer vorzugsweise auf das Vorwerk Picurina, das dann auch in der Nacht vom 26. zum 27. März erstürmt werden konnte. 30 Hessen warfen sich in die das Fort umgebende Überschwemmung und erreichten schwimmend die Festung. Nach der Eroberung der Picurina verlagerte Wellington seine Angriffsarbeiten auf den Südosten der Festung, auf die Bastionen 6 und 7. Die Verteidiger wurden noch dadurch geschwächt, daß bereits zum 25. März die Hälfte der Geschützmunition verbraucht worden war. Am 3. April waren an diesem Frontabschnitt zwei gangbare Breschen in die Mauern geschossen worden. Die Verteidiger ergriffen sofort Gegenmaßnahmen, um gegen einen Sturmangriff gerüstet zu sein. Am 6. April schlugen die Engländer noch eine dritte Bresche.

Wellington gab daraufhin den Angriffsbefehl. Der Angriff sollte sich sowohl gegen die ersten beiden Breschen, aber auch gegen die Bastion 1 im äußersten Nordwesten der Festung und gegen die Zitadelle richten. Schon seit dem 5. April war man in Badajoz auf den Sturm gefaßt. Auf dem Kamm der Breschen befanden sich Pulverfässer, gefüllt mit Eisenstücken, und 19 zöllige Bomben, die auf die Stürmenden herabgerollt werden sollten. Spanische Reiter, aus scharfen Säbelklingen gefertigt, krönten die Böschung. Am Fuß der Breschen grub man Bomben ein, die mittels Zündschnur in dem Moment explodieren sollten, wo die Stürmenden sich am Fuß der Festung massierten.

Am 6. April um 22 Uhr begann der Sturm auf die Festung. Zwei englische Divisionen (4. unter Colville und die Leichte unter Bernard) griffen die drei Breschen an. Die 3. Division Pictons sollte das Schloß mittels einer Eskalade überwinden. Die Brigade Walker der 5. Division sollte die Bastion 1 ersteigen. 15.000 Mann massierten sich gegen 3.600 Verteidiger.

Die Engländer unternahmen den Sturm auf die Breschen in fast zehnfacher Übermacht. Man ließ sie bis an den Fuß der Mauerbreschen herankommen und eröffnete erst dann das Feuer. Geschütze schlugen in die Flanken der Stürmenden ein. Auf dem Kamm der Breschen waren Elitetruppen , darunter auch vier hessische Kompanien, die in die dunklen Massen der Heranstürmenden feuerten. Jeder Schütze hatte drei geladene Gewehre erhalten. Pulverfässer und Bomben rollten den Angreifenden entgegen, die am Fuß der Breschen eingegrabenen Bomben wurden gezündet. Ein Inferno tat sich auf. Mehre Angriffe der Engländer wurden so zurückgeworfen. Endlich, nach zweistündigem Kampf, gab Wellington den Befehl zum Rückzug. Über 3000 Engländer, darunter 300 Offiziere, waren gefallen. Ein Drittel der Breschenverteidiger stellten die Hessen, und sie zeichneten sich in der Schlacht aus: Premierleutnant Senkenberg kommandierte seine Truppen mit zerschmettertem Oberschenkel weiter. Leutnant Venator wurde bei dem Versuch eine Granate zurückzuwerfen, bei deren Explosion schwer verwundet. Leutnant Maurer, selbst verwundet, stieß mit einer Lanze bewaffnet, angreifende Engländer vom Kamm der Bresche zurück.

Gleichzeitig mit dem Sturm auf die Breschen hatte der Angriff der 3. Division auf die Zitadelle begonnen. Anfänglich konnten die angelegten Leitern von den Verteidigern zurückgestoßen werden. General Picton wurde leicht, General Kempt schwer verwundet. Nachdem die Eskalade an den Frontabschnitten 8 und 9 zurückgeschlagen werden konnte, versuchte die 3. Division an der Süd- und Westseite des Schlosses erneut ihr Glück. Um diese Zeit war die ganze Besatzung des Schlosses auf 111 Mann reduziert, weil man Truppen zu den hart umkämpften Breschen abstellen mußte.

Gegen 23.30 Uhr gelang es Truppen des 42. Regimentes die Mauerkrone zu ersteigen. Die Hessen warfen sich zwar den Engländern entgegen, mußten sich allerdings bald der Übermacht geschlagen geben. Eine zweite Abteilung der Engländer erstieg am linken Flügel des Schlosses ebenfalls die Mauer. Das Schloß von Badajoz befand sich in den Händen der Engländer.

Gleiches hatte die Brigade Walker gegen Mitternacht an der Bastion 1 erreicht. Die Brigade rückte nun weiter gegen die Bastionen 2 und 3 vor, wurden dann aber von einem Gegenangriff der Verteidiger auf Bastion 1 zurückgeworfen. Gegen 1 Uhr standen die Verteidiger zwar immernoch ungebrochen an den Breschen, die Belagerung war aber entschieden. Gegen drei Uhr rückte dann die Leichte und die 4. Division in die Stadt ein. Die Besatzung wurde gefangengenommen. Die Stadt wurde zwei Tage lang geplündert.

Der Sieg von Badajoz kostete Wellington ca. 406 Offiziere und 4606 Mann. Von der Besatzung fielen 2.500 Mann in englische Kriegsgefangenschaft. Das Regiment "Groß- und Erbprinz", das sich in Badajoz gut geschlagen hatte, hatte die Hälfte seiner Truppen verloren. Von ursprünglich 910 Mann, streckten am 7. April 450 Mann die Waffen, und von diesen war noch ein großer Teil verwundet.

4 Offiziere und 216 Mann des Regimentes "Groß- und Erbprinz" entgingen dem Schicksal ihrer Landsleute bei Badajoz. Sie waren zum Zeitpunkt der Belagerung detachiert bzw. krank. Diese Truppen kehrten im Oktober 1812 nach Darmstadt zurück. 1814 erreichten ca. 200 Kriegsgefangene aus England das Großherzogtum. Die Verluste des Regimentes zwischen 1808 und 1812 ist nur hinsichtlich der Offiziere genau festzustellen. 13 Offiziere starben, 25 wurden verwundet. Ca. 1300 Unteroffiziere und Mannschaften fielen in Spanien.

deco Uniformen

Wie bereits oben erwähnt, wurde das Regiment "Groß- und Erbprinz" vor seinem Auftreten in Spanien nach französischem Muster reorganisiert. Es ist allerdings zu vermuten, daß sich die Übernahme der französischen Uniform, erst zwischen 1809 und 1810 vollends durchsetzte. Hiefür spricht auch die Schilderung der Musterung vor dem französischen Marschall Lefebvre. Deshalb soll hier auch noch kurz auf die Unformierung der Brigade Erbprinz eingegangen werden.

Die Brigade trug blaue Röcke mit hellgelbem Kragen, Ärmelaufschlägen und Rabatten. Weiße Westen und Hosen mit hohen schwarzen Gamschen ergänzten die Uniform. Das Lederzeug war weiß. Als Kopfbedeckung trug man einen Zweispitz. Dieser hatte einen Pompon in den Kompaniefarben: 1. gelb, 2. schwarz, 3. blau, 4. rot. Offiziere schwarz über rot.

Das Füsilierbataillon der Brigade trug grüne Röcke, eine Tatsache die Lefebvre bei der Musterung befremdete, da die Neuorganisation der Hessen dazu geführt hatte, daß das Füsilierbataillon mit den anderen Truppenteilen vermischt worden war, was natürlich die Uneinheitlichkeit der hessischen Truppen zur Folge hatte. Zur Bemalung können hier die Esci Preußen von 1806 herangezogen werden.

Die Neuuniformierung der hessischen Truppen im Peninsular War sah wie folgt aus.

Dunkelblauer Rock, vorn geschlossen, hinten frackartig in zwei Schöße abgeteilt, deren Ecken umgeschlagen waren. Hellgelber Kragen und Ärmelaufschläge. Rote Schoßumschläge. Rote Epauletten (Grenadiere) bzw. grüne (Voltigeure). Weiße Westen, enge blaue Hosen, schwarze hohe Gamaschen mit gelben Knöpfen, sonst überall weiße Knöpfe. Häufig wurden auch, aus Mangel an Nachschub, braune Hosen getragen. Der Tschako im französischen Stil trug an der Stirnseite ein herzförmiges weißes Blech mit dem hessischen Löwen. An der rechten Seite des Tschako hingen Fangschnüre heruter, bei den Grenadieren rot, bei den Voltigeuren grün mit gelben Knoten, bei den Füsilieren weiß.

Die Elitekompanien trugen rote bzw. grüne Pompons. Bei Paraden wurden Federbüsche aufgesteckt (Grenadiere rot, Voltigeure grün, Füsiliere schwarz). Gewehre und Tonister nach französischem Modell. Die Offiziere trugen weiterhin den Zweispitz sowie einen silbernen Ringkragen mit dem goldenen hessischen Löwen.

Hier verwendet man die französische Infanterie der verschiedenen Hersteller.

Die Uniformierung der Artillerie entsprach weitestgehend der der Infanterie. Kragen und Brust waren allerdings schwarz mit roter Paspelierung. Bezeichned für die hessische Artillerie waren die Kontre-Epauletten. Als Truppenkörper empfiehlt sich hier logischerweise die französische Linienartillerie von Airfix.

Vielleicht haben meine Ausführungen den ein oder anderen angeregt, einmal ein anderes Diorama zu bauen. Wie wäre es denn einmal mit einem Sturmangriff auf eine spanische Festung. Sicherlich eine reizvolle Aufgabe für einen Sammler. Viel Spaß beim Basteln.

Badajoz

Anlage - Plan der Festung Badajoz

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